Flying Legends Airshow 2013

Flugplatz Duxford

13.07.2013




Es muss schon etwas Besonderes sein, wenn man sich auf eine gut 1.400 Kilometer lange Reise macht. Für mich führte dieser Weg im Juli in das europäische Warbird Mekka: Zum Flugplatz Duxford in der Nähe von Cambridge.
Mehrmals im Jahr werden auf diesem historischen Boden Airshows organisiert, die aufgrund der Vielzahl an Warbirds europaweit bekannt sind. Die Flying Legends Airshow im Juli stellt dabei aus Sicht der Warbird-Liebhaber den absoluten Höhepunkt dar.





Der Flugplatz Duxford stand seit 1918 in den Diensten des Royal Flying Corps, der Royal Air Force und während des Zweiten Weltkrieges auch der USAAF. 1961 endete der operative Dienst als Luftwaffenstützpunkt mit dem letzten Start einer Gloster Meteor. Während der Dreharbeiten des Films „Luftschlacht um England“ 1968 kehrte ein Hauch der vergangenen Jahrzehnte zurück, bevor der Flugplatz im Jahr 1977 seitens der Imperial War Museums schließlich wiederbelebt wurde und seitdem als eine von fünf Außenstellen betrieben wird.


     

       

       



Das Gelände bietet den Besuchern umfangreiche Ausstellungsflächen zu verschiedensten Themengebieten der Land- und Luftkriegsführung. Auch Flugzeuge, die gerade gewartet werden, kann man aus der Nähe unter die Lupe nehmen. Ein Blick auf die Internetpräsenz lohnt sich sehr. Leider blieb während des Tagestrips wenig Zeit für umfangreiche Erkundungen.
Doch allein das American Air Museum am Westrand des Flugplatzes ist überwältigend. In dem, auch von außen, beeindruckenden Museum reihen sich Klassiker der amerikanischen Militärluftfahrt aus verschiedenen Epochen eng aneinander: Boeing Stearman
PT-17, AT-6, P-51 Mustang, P-47 Thunderbolt, B-25 Mitchell, B-24 Liberator, B- 17G Flying Fortress, TBM Avenger, F-111, U-2, Bell UH-1 Huey, F-100 Super Sabre, B-52, F-4 Phantom, A-10 Thunderbolt…
Bei wolkenlosem Himmel und Temperaturen um 34°C bot das Museum im Übrigen auch eine willkommene Abkühlung
.

     

       

       

Ein weiterer Augenschmaus stellt der Flightline Walk am Vormittag dar. Einige der auf dem Rasen abgestellten Flugzeuge können von zahlungswilligen Fotografen aus der Nähe angesehen und ohne hinderliche Absperrungen mit der Kamera „auf´s Korn genommen“ werden.
Dabei mischen sich auch Statisten unter das Volk und posieren gerne authentisch bekleidet mit Schwimmweste, Fliegerjacke und Lederhaube vor den Warbirds.



       

       

       

       

Ab dem Nachmittag richten sich die Augen dann in den Himmel. Stephen Grey, treibende Kraft und „Gründer“ der Flying Legends Airshow, gab seinen „Rücktritt“ bekannt. Standesgemäß verabschiedete er sich mit einem sportlichen Display in der Grumman F8 Bearcat, einem der letzten kraftvollen Jagdflugzeuge mit Kolbenmotor.
Nahezu ohne Pause reihte sich anschließend ein Programmpunkt an den nächsten. Mit mehreren Supermarine Spitfire, P-51 Mustang, P-47G Thunderbolt, B-17 Flying Fortress, drei P-40 Warhawk, zwei Hawker SeaFury, Bücker Jungmeister, zwei HA-1112 Buchon, Grumman Avenger, Westland Lysander, Yak-3, Yak-9 und Yak-11 wurden nahezu sämtliche Sehnsüchte eines Fliegerherzens erfüllt.
Die Ära des frühen Passagierflugs vertraten würdig die Lufthansa Ju52 sowie die Douglas DC-3 der Dakota Norway Stiftung.
Ob nun die Aerostars mit ihren Yak-52 in das Konzept der Flying Legends passen muss jeder für sich entscheiden. Der Formationskunstflug jedenfalls ist sehenswert. Eines der Highlights stellte eine Formation aus zwei Gloster Gladiator dar. Ein Anblick, der nach Jahrzehnten einmalig gewesen sein dürfte. Jedes Mal verblüffend sind die Kurzstart und –landeeigenschaften des Fieseler Storch, vergeflogen von Jean Munn.
Mein persönlicher Favorit war die Grumman FM-2 Wildcat. Ihr kerniger Sound zusammen mit der erstaunlichen Wendigkeit dieses bulligen Flugzeugs waren ein großartiger Genuss.


       

       



Der Höhepunkt jeder Flying Legends Airshow ist die atemberaubende Großformation „Balbo“. In diesem Jahr formierten sich zum krönenden Abschluss 22 Warbirds am späten Nachmittag. 
Alleine der Massenstart der einzelnen Flugzeuge sorgt schon für langanhaltende Gänsehaut. 
Vor dem lautstarken Überflug zeigte Nick Grey in einer Gloster Gladiator noch ein starkes Solodisplay im allmählich beginnenden Abendlicht.



Alle Gerüchte über diese Airshow sind wahr:

Jeder Warbirdliebhaber MUSS sie einmal erlebt haben!



   



Startseite - Bildergalerie