Stearman Rundflug

Flugplatzfest Oeventrop 2008





Am 30.08.2008 besuchte ich das Flugplatzfest des LSC Oeventrop im Sauerland.

Nach dem Stampe Rundflug im Jahr 2007 hatte ich mir vorgenommen, wieder in einem Doppeldecker in die Luft zu gehen.

Dass eine Boeing Stearman kommen würde, hatte ich bereits über das Internet herausgefunden.
Es handelte sich dabei um die als N746BJ zugelassene Stearman vom Flugplatz Nordhorn-Klausheide aus dem Jahr 1941. Dieser klassische Doppeldecker ist insgesamt in mehreren tausend Exemplaren gebaut worden und diente amerikanischen Militärpiloten der 1930er und 40er Jahren als Grundlagentrainer. Daher stammt auch die geläufige Typenbezeichnung PT13, wobei das Buchstabenkürzel für Primary Trainer steht.

Leider zeichnete sich zunächst kein Glück für mich ab. Mit dem Piloten, Klaus Busch aus Oldenburg, kam ich schnell ins Gespräch. Er wollte keine kurzen Rundflüge machen, da der Motor noch neu sei und möglichst lange laufen sollte. Ich wiederum war finanziell nicht für einen halbstündigen Flug ausgestattet.

       

Mein betrübter Gesichtsausdruck muss wohl gewirkt haben, offensichtlich hatte der Pilot Mitleid. Er kam noch einmal auf mich zu und meinte, wir könnten ja einen kürzeren Trip als die halbe Stunde machen. Irgendwie würde es schon gehen...
Am Nachmittag saßen wir beide in seiner wunderschönen und frisch restaurierten Stearman und rollten zum Start!
Dabei wirkte die Stearman, ganz ihrem Zweck entsprechend, völlig anders als die vergleichsweise zierliche Stampe. Alles sah hier größer und gröber aus.

Umso erstaunter war ich über die Ruhe des Motors insbesondere beim Anlassen und dem Start. Kein ohrenbetäubender Lärm. Ganz im Gegenteil, ein fast schon gemütliches Schnurren des 220 PS starken Motors erfüllte das Cockpit.
Es ist eben dieses Gefühl, die Vogelperspektive ohne geschlossene Kanzel zu erleben, die Luft und Wiesen zu riechen, den Atem des Flugzeugs zu spüren.... All das macht für mich die Faszination des Doppeldeckerfliegens aus. Man erlebt die Welt von oben, umrahmt von leuchtend gelben Tragflächen, eben gänzlich anders, als man es kennt.

       

Eigentlich wollten wir ja nur eine kleine Runde drehen. Geplant war zu starten, eine Schleife um den Platz zu drehen, zwei Überflüge zu absolvieren und anschließend sollte die Landung kommen.
Doch nach dem ersten Überflug kündigten sich Gleitschirmflieger als Programmpunkt an. Wir mussten "leider" ausweichen und so kam ich in den Genuss, mir meine damalige Heimat von oben ansehen zu können.

       

Die Zeit verging mal wieder wie im Flug, und dieses tolle Erlebnis neigte sich viel zu früh dem Ende entgegen.
Ein Rundflug, den ich lange in guter Erinnerung behalten werde.




Startseite - Bildergalerie